Juniorstudium Informatik etabliert sich

Am 20. Oktober war es einmal wieder soweit: Eine Gruppe aus 26 Schülern des SPG machte sich auf den Weg zur Fachhochschule Zweibrücken.  Anlass war – wie bereits in den vergangenen drei Jahren- das Frühstudium Informatik, das dank der Kooperation zwischen FH und SPG möglich gemacht wurde.  Im Rahmen des Neigungsfachs Informatik werden interessierte Schüler auf eine Informatikklausur der Fachhochschule vorbereitet und erhalten die Möglichkeit an jener teilzunehmen.

Aufgeschlossen, interessiert und ein bisschen aufgeregt waren die Schüler, als sie in den Bus stiegen, um nach Zweibrücken zu gelangen. „Ich bin gespannt, was uns alles erwartet“, antworten die Schüler, die aus den zehnten, elften und zwölften Klassen des SPGs stammen. Vor Ort wurde die Gruppe bereits von dem FH-Assistenten Martin Schiwy erwartet, der die Gruppe in einen Vorlesungsraum führte und den Programmplan vorstellte. Zwar sollte der Tag angenehm gestaltet werden, was die Besuche in der Bibliothek und die Mittagspause in der Mensa versprachen, es sollte aber auch etwas geleistet werden, was zum Beispiel in der Vorlesung „Grundlagen der Informatik“ geschah. Zunächst wurden aber organisatorische Angelegenheiten und Fragen geklärt. Als endlich alles erledigt war, was viele kaum erwarten konnten, begann der Rundgang über das FH-Gelände. Der erste Stopp wurde bei einem Vorlesungssaal eingelegt, in dem alle Schüler an einer  Informatikvorlesung von einem Professor der Fachhochschule teilnehmen durften. „Die Vorlesung hat sich nicht allzu sehr von dem Schulunterricht unterschieden.  Wir wurden in die Vorlesung mit einbezogen, durften Fragen beantworten und die besprochenen Themen kannten wir teilweise schon aus dem Informatikunterricht der Schule“ war die Resonanz der Schüler. Daraufhin wurde die Gruppe, die von den Informatiklehrern Bergau und Wagner begleitet wurde, in das Sekretariat geführt, wo viele Teilnehmer ihren Höhepunkt des Tages erlebten: Jeder Schüler bekam einen Studentenausweis, der zur Teilnahme an Vorlesungen, zum Ausleihen der  Bibliotheksbücher und zum vergünstigen Essen in der Mensa berechtigt – was daraufhin natürlich sofort ausgetestet wurde. Nach der Mittagspause ging es dann wieder zur Sache: In einem Vorlesungsraum kam es  zur ersten Übungsstunde mit FH-Assistent Schiwy, der die ersten Klausurvorbereitenden Themen mit unserer Gruppe behandelt. Nicht nur die Schüler sind von dem Frühstudium begeistert, auch die Informatiklehrer sprechen sich für das Juniorstudium aus. „Es ist toll für uns zu sehen, wie eng die Kooperation mit der Fachhochschule verläuft und wie gut das Angebot von unseren Schülern angenommen wird“ freut sich Herr Bergau. „Den Schülern einen Eindruck von dem Leben als Student zu vermitteln und die Prüfungsangst vor wichtigen Klausuren zu nehmen ist vor allem im Hinblick auf die früher oder später bevorstehenden Abiturprüfungen sehr wichtig“ fügt Herr Wagner hinzu. Erschöpft und trotzdem von den Erfahrungen begeistert, ging es für unsere frisch gebackenen Juniorstudenten wieder Richtung Heimat – Schulbank drücken…

Die kommenden Übungs- und Vorbereitungsstunden für die Klausur finden wöchentlich am SPG statt. Ob sich die Bemühungen lohnen werden, wird sich Ende Januar des nächsten Jahres bei den Klausuren zeigen. Die Teilnehmer des letzten Jahres haben uns gezeigt, dass die Klausur absolut machbar ist. Wir wünschen allen diesjährigen Teilnehmern viel Erfolg!

Seit vier Jahren besteht die Kooperation zwischen der Fachhochschule Zweibrücken und dem Saarpfalz –Gymnasium. Die am Frühstudium teilnehmenden Schüler werden von einem Assistenten der Fachhochschule Zweibrücken betreut und unterrichtet. Im mittlerweile zweiten Jahr wird die  Gruppe des SPG von Martin Schiwy betreut, den wir zu einem Interview getroffen haben.

I²: Martin, was ist deiner Meinung nach der größte Vorteil, den Schüler  bei der Teilnahme am Frühstudiums haben?

M S: Die Abwechslung zum Schulalltag spielt zum einen mit Sicherheit eine wichtige Rolle. Die Schüler lernen andere Themenbereiche kennen und auch die Möglichkeit, an der FH selbst Vorlesungen anzuhören oder zum Beispiel die Bibliothek zu nutzen ist ein Vorteil, den man aus dem Schulleben vielleicht nicht kennt. Aber auch das Kennenlernen des Studentenlebens, zu sehen, wie ein Tag an einer Hochschule verläuft, herauszufinden, was Studieren generell bedeutet, all das ist sehr spannend.  

I²: Wo liegt der Vorteil für die FH in dieser Kooperation? M S: Natürlich hat die FH, dadurch Werbung in eigener Sache zu machen. Aber auch das Feedback, das wir von den Schülern erhalten, kann für uns enorm wichtig sein. Durch die Schüler erfahren wir, was diesen wirklich wichtig ist und worauf es ihnen ankommt. Aus diesen Informationen können wir das Angebot für zukünftige Studenten interessanter gestalten.

I²: Was macht dir persönlich an der Betreuung der Jugendlichen am meisten Spaß?

M S: Auch für mich bedeutet die Kooperation eine Abwechslung zu meinem normalen Alltag. Durch den Besuch an den Schulen, an denen ich unterrichte, muss ich nicht immer zwingend in der Fachhochschule sein. Der wöchentliche Exkurs macht mir besonders viel Freude, da ich mich sowieso gerne in Schulen und generell an der Jugendarbeit interessiere und auch engagiere. Das Arbeiten mit motivierten Kindern, die ein Ziel vor Augen haben und dies erreichen wollen, macht extrem viel Spaß.

 I²: Du bist seit letzem Jahr Betreuer der SPG-Truppe. Was war dein persönliches Highlight? M S: Für mich persönlich war das Highlight das Unterrichten in der Schule, da dies auch für mich neue Erfahrungen sind. Man muss als Lehrer wissen, wie man auf die Jugendlichen zugehen und ihnen den Stoff vermitteln kann. Da jeder ein anderes Verständnis hat, muss man manchmal auf unterschiedliche Weise dieselbe Tatsache erklären, um alle zu erreichen. Diese Herausforderung nehme ich aber sehr gerne an. Auch das Engagement ist unverkennbar. Festzustellen, dass der Spaß trotz lernen nie zu kurz kommt, ist ein schönes Gefühl.

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